Gegen die Unterstützung der Stadt Leipzig für den Katholikentag 2016 von einer Million Euro
(K)Eine Million

Archiv des Autor: Keine Million

Was wird aus der Million? Fragt die Stadt!

Ihr wüsstet gern, was mit dem Geld für den Katholikentag wirklich passiert? Ihr fragt euch, wieso Katholikentag-Teilnehmer in Leipziger Schulen übernachten dürfen? Ihr wollt wissen, wieso die Stadt eine private Veranstaltung wie den Katholikentag bewirbt?

Das wollen wir aufklären und wollen euch dabei unterstützen, Einwohneranfragen an die Stadtverwaltung zu richten. Wir würden – wenn gewünscht – bei der Formulierung der Fragen helfen, koordinieren, dass nicht Fragen mehrfach eingereicht werden und natürlich die Fragen und Antworten hier auf unserer Website für alle einsehbar dokumentieren.

Wenn ihr also findet, daß hier mehr Licht ins Dunkel gehört und ihr okay findet, für unser Anliegen mit Namen und Gesicht einzustehen, meldet euch bei uns: kontakt@keinemillion.org

Religiöse Menschen unterdrücken kritisches Denken?

Das jedenfalls legt eine Studie nahe, die vor einigen Tagen veröffentlicht wurde. Forscher haben untersucht, wie die Hirnareale für Mitgefühl und kritisches Denken mit Glauben und Spiritualität zusammenhängen. Dabei kam heraus, dass Menschen, die eher naturwissenschaftlich-analytisch denken bzw. andersrum besonders religiös sind, eine völlig unterschiedliche Hirnstruktur haben. Dabei werden bei religösen Menschen kongnitive Prozesse, die mit kritischem Denken zu tun haben, eher unterdrückt.

Die vollständige Studie ist mittlerweile auch veröffentlicht.

Große Resonanz auf Interview mit Katholikentag-Planern

Unerwartete Resonanz auf das Interview unserer Initiatorin Ute Elisabeth Gabelmann mit den Katholikentags-Machern:
sowohl der Geschäftsführer des Katholikentages Martin Stauch in seinem Interview als auch die drei führenden Lokalmedien Leipziger Volkszeitung, Leipziger Internetzeitung und Leipzig-Fernsehen nahmen das Interview zum Anlass, sich nochmals mit unseren Kritikpunkten zu beschäftigen.
Das komplette Interview wurde ebenfalls von der hochfrequentierten Website katholisch.de übernommen.
Auch in der gedruckten LVZ vom 29.02.2016 soll ein entsprechender Artikel gewesen sein – wir bemühen uns, diesen zu bekommen.

[PRESSE] „Fürs Mittelalter keine Mittel, Alter!“ – Kritisches Frühlingsfest zur Kirchweihe

Nachdem sich die Aktivisten von „(K)Eine Million“ im letzten Jahr mit der Sammlung tausender Unterschriften verausgabt haben, wird es jetzt endlich Zeit, zu feiern: sie feiern 18.441 Unterschriften, die positive Resonanz, die die Kampagne gebracht hat, das „Nein“ zur Finanzierung des Katholikentages in Münster und natürlich feiern sie auch verdient sich selbst nach der harten Arbeit.

Dazu Initiatorin und Piraten-Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann:

„Am Samstag wird das Kaufland mit Glockenturm, was seit einiger Zeit den Ring verschönt, eingeweiht. Wir möchten mit unserem Frühlingsfest eine Art Protestcamp sein und einen Kontrast zu der mittelalterlichen Prozession bieten, die uns seitens der katholischen Gemeinde erwartet. Der mdr kommt, viele Katholiken aus ganz Sachsen kommen – da wollen wir keinesfalls fehlen!“

Gespannt sind die Initiatoren ebenfalls, ob sich diesmal die geladenen Vereine und Initiativen trauen, öffentlich ihre Unterstützung für „(K)Eine Million“ zu zeigen. Bei der letztjährigen Unterschriftensammlung war zwar von dort viel Zuspruch gekommen, jedoch wurde immer wieder die Befürchtung geäußert, dass die Organisationen die Unterstützung der Stadt gestrichen bekommen, wenn sie sich kritisch zur Katholikentags-Finanzierung äußern.

Eingeladen zur Teilnahme sind neben allen interessierten Leipzigern auch Initiativen, Parteien, Vereine und Organisationen, die sich mit der Arbeit von „(K)Eine Million“ identifizieren. Um das Mitbringen von Grills, Sonnenschirmen, Verpflegung, Klappstühlen, Frisbeescheiben, Picknickdecken, Liegen, Sonnencreme, Getränken, Radios und Badmintonschlägern und weitere frühlingshafter Ausstattung nach Wunsch wird herzlich gebeten.

Das Frühlingsfest mit Protestcamp findet voraussichtlich von 09 bis 22 Uhr an der Ecke Martin-Luther-Ringe/Peterssteinweg direkt gegenüber der Kirche statt.

Förderung war an Bedingung des Freistaates geknüpft

Wie wir heute unter der Hand aus dem sächsichen Finanzministerium erfahren haben, hat der Freistatat Sachsen seine Förderungszusage für den Katholikentag in Höhe von drei Millionen Euro daran geknüpft, dass auch die Stadt Leipzig die gewünschte Million durchwinkt.

Das heisst also, wir hätten mit dem Bürgerbegehren unter Umständen nicht nur die Millionenzahlung aus Leipzig verhindern können, sondern auch die Überweisung aus Dresden gekippt – eine wunderschöne Chance!

Aber aus dieser Information wird auch deutlich, dass es schön Verflechtungen und interne Zusagen gab, bevor der Leipziger Stadtrat überhaupt eingeschaltet wurde.

Aktion „Call your Stadtrat“ – Jetzt eingreifen und Stadträte überzeugen!

Noch haben wir die Möglichkeit, die Million in Leipzig zu halten! Macht mit bei der Aktion „Call your Stadtrat“!

Am Mittwoch, dem 18.03.2015, wird nicht nur der gesamte Haushalt der Stadt Leipzig für die Jahre 2015 und 2016 abgestimmt, sondern auch ein besonderer Haushaltsantrag unserer Mit-Initiatorin, der Piraten-Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann. Sie hat beantragt, den städtischen Zuschuss zum Katholikentag von einer Million Euro auf 300.000 Euro herabzusetzen. Das ist zwar immer noch mehr als null, aber wenigstens KEINE MILLION und damit vielleicht mehrheitsfähig.

Hier kommt ihr ins Spiel! Natürlich gibt es viele Stadträte, die da nicht mitspielen möchten und glauben, dass die Gegner der Million in der Minderheit sind. Wir möchten euch auffordern, die Stadträte eures Wahlkreises anzurufen oder ihnen zu mailen. Sagt oder schreibt ihnen, wie ihr es findet, dass die Stadt eine Million für den Katholikentag 2016 ausgeben will. Bittet sie, ihre Entscheidung nochmals zu überdenken. Erzählt ihnen, wozu Leipzig das Geld dringender einsetzen sollte.

Was wir nicht wollen: eine Hass-Kampagne starten. Also bitte beteiligt euch nur, wenn ihr sicher seid, dass ihr auch eine hitzige Debatte elegant übersteht. Ebenso macht bitte nur mit, wenn ihr auch in Leipzig wohnt.

Damit ihr rausfindet, welchen Stadtrat ihr am ehesten kontaktieren solltet, lest euch bitte zuerst unsere untenstehenden Hinweise durch. Eine Übersicht über die Wahlkreise und deren Stadträte findet ihr dann hier.

Bitte teilt die Aktion mit allen Leipzigern, die ihr kennt – via Twitter, Facebook oder ganz altmodisch mit Mund-zu-Mund-Propaganda!

= = = = =

Obwohl wir natürlich davon ausgehen, dass ihr bei der Kontaktaufnahme nett und höflich wie immer seid, möchten wir euch doch ein paar Hinweise geben, die euch vielleicht weiterhelfen.

Wie finde ich denn meinen Wahlkreis heraus?

Wir haben hinter der Wahlkreis-Nummer die Stadtteile vermerkt. Das sollte euch ausreichend weiterhelfen.

Da stehen mindestens fünf Stadträte für meinen Wahlkreis – wem schreibe ich denn nun?

Erstmal könnt ihr natürlich allen Stadträten schreiben und entweder einen großen Verteiler anlegen oder den Mailtext kopieren und für jeden weiteren Stadtrat jeweils eine neue Mail erstellen.

Wir empfehlen euch, zumindest die Stadträte einzeln und persönlich anzuschreiben. Klar könnt ihr denselben Text verwenden, aber eine einzelne Mail wirkt zumindest etwas persönlicher und erhöht die Chance, dass der Stadtrat eurer Wahl eure Mail auch liest.

Ein Auswahlkriterium könnte auch sein, welche Partei ihr persönlich im letzten Mai gewählt habt.

Die aufgelisteten Parteien stehen unterschiedlich zu unserem Anliegen:
Die Linke hat zwar auf einem Stadtparteitag Ende letzten Jahres beschlossen, sich unserer Keine-Million-Aktion anzuschließen, hat sich aber augenscheinlich im Finanzausschuss bei dem aktuellen Antrag enthalten statt dafür zu stimmen. Seltsam.
Die Grünen haben zwar im Juli letzten Jahres genau denselben Antrag gestellt wie jetzt die Piraten, haben sich aber vermutlich ebenfalls jetzt enthalten. Merkwürdig.
Die SPD ist als „Bürgermeister-Partei“ nicht dafür bekannt, den Wünschen unseres Oberbürgermeisters öffentlich die Stirn zu bieten. Wie man hört sind aber doch einige im Stillen nicht gerade überzeugt.
Die CDU ist sehr wirtschaftsfreundlich und natürlich stark christlich geprägt. Sie haben den Antrag im Finanzausschuss höchstwahrscheinlich abgelehnt.

Kann ich da einfach im Stadtrat anrufen?

Die Telefonnummern sind oftmals die privaten Mobilnummern oder sogar die dienstlichen Telefonnummern. Es kann also sein, dass ihr den Ansprechpartner grad stört. Rechnet damit, ungelegen zu kommen.

Da stehen ja gar nicht alle Parteien auf der Liste!

Das ist richtig. Wir haben nur die Stadträte der Parteien aufgelistet, deren Kontaktdaten leicht recherchierbar waren. Das waren aber fast alle.

Wieso haben die Stadträte keine Zeit für mich?

Viele wissen nicht, dass unsere Stadträte ehrenamtlich tätig sind. Das heißt, sie gehen tagsüber einer ganz normalen Tätigkeit nach und sind also nicht immer Politiker. Lasst euch einfach eine Zeit sagen, zu der ihr euch melden könnt oder weicht auf E-Mail aus.

Es interessiert die da oben doch eh nicht, was ich will!

Nun, es kann natürlich passieren, dass ihr auf taube Ohren stoßt. Nicht jeder Stadtrat ist gleichviel engagiert. Aber viele Stadträte möchten gern hören, wie ihre Arbeit „da draussen“ ankommt. Wenn ihr nett seid, steigt die Chance, dass man euch zuhört.

Prima, jetzt kann ich mir erstmal Luft machen!

Das ist verständlich! Allerdings haben die Stadträte viele Meinungen und Fakten zu diesem gehört, versucht, diese sorgfältig abzuwiegen und sich dann ihre Meinung gebildet. Deswegen lassen sie sich möglicherweise eher von einer guten Argumentation umstimmen.

Ach, das bringt doch jetzt eh nix mehr! Sollen sich andere doch die Mühe machen zu schreiben.

Wir möchten euch natürlich zu nichts überreden, was ihr nur halbherzig tun würdet. Wir wissen nur von anderen solcher Aktionen (z.B. auf EU-Ebene), dass sie sehr wohl effektiv sind. Es passiert nämlich gar nicht so oft, dass sich Bürger die Mühe machen und persönlich an ihren Abgeordneten schreiben. Das fällt dann schon auf, besonders wenn es keine Massenpost ist.

Warum gebt ihr nicht einen Text vor, den ich dann bloss noch kopieren brauche?

Wir wissen, dass einige Aktivistengruppen sowas tun und verstehen auch, dass es natürlich euch die Arbeit erleichtert.
Allerdings wissen wir auch, dass solche Massenbriefe oft direkt im Papierkorb laden, weil sie eben die Argumente, die anderen vorgegeben haben, nur nachplappern.
Wenn die Stadträte aber hunderte persönliche Meinungen lesen, die sich alle irgendwie unterscheiden – dann merken sie, dass es uns allen ernst ist.

Habt ihr dann wenigstens eine Idee, wie ich anfangen kann?

Schaut doch mal in unsere FAQ und solange ihr da nicht ganze Absätze rauskopiert, fällt das ja auch nicht auf 😉

[PRESSE] „(K)Eine Million“ geht mit beeindruckendem Ergebnis zu Ende – weitere Aktionen geplant

Das Bürgerbegehren „(K)Eine Million“, was sich mit der Finanzierung des Katholikentages 2016 durch die Stadt Leipzig befasst, geht mit einem unerwartet hohen Ergebnis zu Ende. Bis zum Abschluss der Sammelphase hatten 18.441 Leipziger ihre Unterstützung bekundet und damit deutlich mehr, als zuerst erwartet worden war.

Dazu Initiatorin und künftige Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann:

„Wir haben natürlich gewusst, dass die Zahl von 25.000 Unterschriften ein Ding der Unmöglichkeit ist, wenn man keine hauptamtlichen Sammler hat, die täglich auf den Straßen stehen. Man sieht also schon an den Vorgaben für so ein Bürgerbegehren, dass ein Erfolg eigentlich seitens des Gesetzgebers gar nicht vorgesehen ist. Umso mehr hat mich überrascht, dass es doch relativ knapp geworden ist.“

Dennoch können die Leipziger weiter versuchen, die Million zu retten, indem sie noch bis zum 18.12.2014 per Brief oder E-Mail einen sogenannten Bürgereinwand gegen den neuen Stadthaushalt formulieren. So können die Einwohner auch über Haushaltsposten wie zum Beispiel die Finanzierungszusage des Katholikentages bestimmen.

Gabelmann weiter:

„Auf dem Wege des Bürgerbegehrens ist die katholische Kirche mit zwei blauen Augen davongekommen. Aber auch zum nächsten Katholikentag in Münster wackelt die Finanzierung ganz erheblich, so dass unsere Mühe hier keinesfalls umsonst war. Wir werden mit weiteren Aktionen deutlich präsent sein und so dem Zehn-Millionen-Euro-Katholikentag ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement entgegensetzen.“

Künftige Bürgerbegehren werden es leichter haben, da nun auch die offizielle Möglichkeit besteht, diese Anliegen per offizieller Postkarte zu unterstützen.

Einige erwähnenswerte Fakten:

Die weitgereisteste Unterschrift kam aus Belgrad.
Das stärkste Statement war eine unausgefüllte, jedoch sorgfältig verschickte Postkarte mit dem Vermerk eines evangelischen Ehepaars, man möchte neutral bleiben.
Die energischste Rückmeldung kam ebenfalls per offizieller Postkarte: „Ich habe nicht um Information gebeten“ verbunden mit einem „Porto zahlt Empfänger“. Wir sind allerdings um Zahlung des Portos drumrum gekommen.
Die zauberhafteste Einsendung war eine DDR-Kunstpostkarte, die aber leider nicht gewertet werden konnte.
Die beste Briefmarke, um das Katholikentags-Bürgerbegehren zu unterzeichnen war jene zu „50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil“ – diese Wahl ging in die Geschichte ein.