Gegen die Unterstützung der Stadt Leipzig für den Katholikentag 2016 von einer Million Euro
(K)Eine Million

Pressemitteilung

[PRESSE] „Fürs Mittelalter keine Mittel, Alter!“ – Kritisches Frühlingsfest zur Kirchweihe

Nachdem sich die Aktivisten von „(K)Eine Million“ im letzten Jahr mit der Sammlung tausender Unterschriften verausgabt haben, wird es jetzt endlich Zeit, zu feiern: sie feiern 18.441 Unterschriften, die positive Resonanz, die die Kampagne gebracht hat, das „Nein“ zur Finanzierung des Katholikentages in Münster und natürlich feiern sie auch verdient sich selbst nach der harten Arbeit.

Dazu Initiatorin und Piraten-Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann:

„Am Samstag wird das Kaufland mit Glockenturm, was seit einiger Zeit den Ring verschönt, eingeweiht. Wir möchten mit unserem Frühlingsfest eine Art Protestcamp sein und einen Kontrast zu der mittelalterlichen Prozession bieten, die uns seitens der katholischen Gemeinde erwartet. Der mdr kommt, viele Katholiken aus ganz Sachsen kommen – da wollen wir keinesfalls fehlen!“

Gespannt sind die Initiatoren ebenfalls, ob sich diesmal die geladenen Vereine und Initiativen trauen, öffentlich ihre Unterstützung für „(K)Eine Million“ zu zeigen. Bei der letztjährigen Unterschriftensammlung war zwar von dort viel Zuspruch gekommen, jedoch wurde immer wieder die Befürchtung geäußert, dass die Organisationen die Unterstützung der Stadt gestrichen bekommen, wenn sie sich kritisch zur Katholikentags-Finanzierung äußern.

Eingeladen zur Teilnahme sind neben allen interessierten Leipzigern auch Initiativen, Parteien, Vereine und Organisationen, die sich mit der Arbeit von „(K)Eine Million“ identifizieren. Um das Mitbringen von Grills, Sonnenschirmen, Verpflegung, Klappstühlen, Frisbeescheiben, Picknickdecken, Liegen, Sonnencreme, Getränken, Radios und Badmintonschlägern und weitere frühlingshafter Ausstattung nach Wunsch wird herzlich gebeten.

Das Frühlingsfest mit Protestcamp findet voraussichtlich von 09 bis 22 Uhr an der Ecke Martin-Luther-Ringe/Peterssteinweg direkt gegenüber der Kirche statt.

[PRESSE] „(K)Eine Million“ geht mit beeindruckendem Ergebnis zu Ende – weitere Aktionen geplant

Das Bürgerbegehren „(K)Eine Million“, was sich mit der Finanzierung des Katholikentages 2016 durch die Stadt Leipzig befasst, geht mit einem unerwartet hohen Ergebnis zu Ende. Bis zum Abschluss der Sammelphase hatten 18.441 Leipziger ihre Unterstützung bekundet und damit deutlich mehr, als zuerst erwartet worden war.

Dazu Initiatorin und künftige Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann:

„Wir haben natürlich gewusst, dass die Zahl von 25.000 Unterschriften ein Ding der Unmöglichkeit ist, wenn man keine hauptamtlichen Sammler hat, die täglich auf den Straßen stehen. Man sieht also schon an den Vorgaben für so ein Bürgerbegehren, dass ein Erfolg eigentlich seitens des Gesetzgebers gar nicht vorgesehen ist. Umso mehr hat mich überrascht, dass es doch relativ knapp geworden ist.“

Dennoch können die Leipziger weiter versuchen, die Million zu retten, indem sie noch bis zum 18.12.2014 per Brief oder E-Mail einen sogenannten Bürgereinwand gegen den neuen Stadthaushalt formulieren. So können die Einwohner auch über Haushaltsposten wie zum Beispiel die Finanzierungszusage des Katholikentages bestimmen.

Gabelmann weiter:

„Auf dem Wege des Bürgerbegehrens ist die katholische Kirche mit zwei blauen Augen davongekommen. Aber auch zum nächsten Katholikentag in Münster wackelt die Finanzierung ganz erheblich, so dass unsere Mühe hier keinesfalls umsonst war. Wir werden mit weiteren Aktionen deutlich präsent sein und so dem Zehn-Millionen-Euro-Katholikentag ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement entgegensetzen.“

Künftige Bürgerbegehren werden es leichter haben, da nun auch die offizielle Möglichkeit besteht, diese Anliegen per offizieller Postkarte zu unterstützen.

Einige erwähnenswerte Fakten:

Die weitgereisteste Unterschrift kam aus Belgrad.
Das stärkste Statement war eine unausgefüllte, jedoch sorgfältig verschickte Postkarte mit dem Vermerk eines evangelischen Ehepaars, man möchte neutral bleiben.
Die energischste Rückmeldung kam ebenfalls per offizieller Postkarte: „Ich habe nicht um Information gebeten“ verbunden mit einem „Porto zahlt Empfänger“. Wir sind allerdings um Zahlung des Portos drumrum gekommen.
Die zauberhafteste Einsendung war eine DDR-Kunstpostkarte, die aber leider nicht gewertet werden konnte.
Die beste Briefmarke, um das Katholikentags-Bürgerbegehren zu unterzeichnen war jene zu „50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil“ – diese Wahl ging in die Geschichte ein.

[PRESSE] Neue Thesen zum Reformationstag – 9 + 5 werden angenagelt

Wie Luther seinerzeit seine 95 Thesen an die Schloßkirche zu Wittenberg nagelte, wollen wir am morgigen Reformationstag symbolisch unsere 9 + 5 Thesen zur Finanzierung des Katholikentages annageln – in Ermangelung einer Schloßkirche wollen wir dies gut sichtbar zwischen Neuem Rathaus und dem Neubau der katholischen Propsteikirche tun.

Hierzu teilen die Einreicher des Bürgerbegehrens mit:

„Wir haben neun Ideen, was man mit einer Million Euro aus dem Stadthaushalt in Leipzig anfangen kann und fünf Vorschläge, wie man dem Katholikentag trotzdem dessen Durchführung erleichtern kann. Diese wollen wir der Öffentlichkeit vorstellen und gleichzeitig wieder Unterschriften sammeln, damit das Bürgerbegehren stattfinden kann.“

Bis zum 16.12.2014 müssen die Initiatoren des Bürgerbegehrens runde 25.000 Unterschriften von Leipzigern einwerben.

Die Aktion findet ab 14 Uhr am Grünstreifen zwischen Neuem Rathaus und Propsteikirche statt. Es besteht die Möglichkeit für Fotos, Hintergrundgespräche und Interviews.